Chile-Haus Freiberg: Ein Zuhause für Studenten und Forscher

31.10.17 Aktuelles, Bergbau

Die Bergakademie Freiberg hat ein neues Domizil für Studenten und Forscher aus Chile eröffnet. Möglich wurde dieses Projekt durch das Engagement der Technischen Universität sowie durch eine großzügige private Spende. Die Botschaft hatte bereits vor einigen Jahren erste Anfragen und Vorschläge eingebracht mit dem Ziel, genügend Fachkräfte auszubilden für Chiles Bergbau – einer der Schlüsselindustrien des Landes.

Jetzt wurde das Chile-Haus durch den Rektor der sächsischen Bergakademie, Prof. Dr. Klaus-Dieter Barbknecht, feierlich eröffnet. Chiles Botschafter Patricio Pradel unterstrich in seinem Grußwort, dass der Bergbau in Chile auch in der Zukunft vielfältige Möglichkeiten für gut ausgebildete Fachkräfte bereithalte – wie etwa in den Bereichen Energiewirtschaft, Wasserwirtschaft, Recycling und ökologische Nachhaltigkeit. Im Rahmen des Festaktes wurden ebenfalls Verträge zum „Doppelpromotionsverfahren“ unterzeichnet. 

„Casa Chile“ in der Brennhausgasse im Zentrum Freibergs bietet sechs Wohnungen für Studenten, Doktoranden und Gastwissenschaftler. Das Projekt kostete eine Million Euro und wurde durch eine private Spende der Stifterin Erika Krüger ermöglicht, die sich der Stadt und der Bergakademie nach eigenen Worten persönlich sehr verbunden fühlt. 2015 erwarb sie das Gebäude in der Freiberger Innenstadt. Zwei Jahre dauerten die Sanierungs- und Umbauarbeiten. 

Das Chile-Haus ist vor allem auch das Resultat einer langjährigen wissenschaftlichen wie freundschaftlichen Beziehung zwischen Chile und der Bergakademie Freiberg, die bereits Mitte des 19. Jahrhunderts begann: 1847 studierte der gebürtige polnische Geologe Ignacy Domeyko ein halbes Semester in Freiberg. Er war es, der mit seinen geologisch-lagerstättenkundlichen Arbeiten den Rohstoffreichtum Chiles entdeckte. An der Universidad de Chile in Santiago wurde der Wahlchilene Ignacio Domeyko dann später sogar Rektor. 

Zu dem nach ihm benannten Domeyko-Netzwerk gehören die Universidad de Concepción, die Universidad Católica del Norte in Antofagasta und die Universidad de Atacama in Copiapó, einer Bergbaustadt mit einer ähnlichen Geschichte wie Freiberg. Darüber hinaus haben sich aber auch die Beziehungen zu anderen chilenischen Universitäten, insbesondere zur Universidad de Santiago de Chile (USACH), dynamisch entwickelt. Als Repräsentant der USACH war daher Professor Francisco Castañeda aus Santiago zur Eröffnung des Chile-Hauses nach Freiberg gereist. Aktuell leben 34 Studenten aus Chile in der sächsichen Stadt.

Die Grundsteinlegung für das Gästehaus erfolgte bereits am 5. August 2016. Kopien der Ehrenpromotionsurkunde von der chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet und der Immatrikulationsurkunde des ersten chilenischen Studenten an der TU Freiberg sowie landestypische Minerale wurden im Fundament versenkt.