Deutsch-Chilenische Wirtschaftstage analysierten Auswirkung der digitalen Revolution auf Unternehmen

24.10.17 Aktuelles, Innovation & Technologie Transfer

Das bedeutendste Unternehmertreffen zwischen beiden Ländern thematisierte Anwendungsbereiche von Industrie 4.0 und brachte dazu deutsche und chilenische Experten aus der Industrie mit Vertretern des öffentlichen Sektors zusammen.

Nach neuesten weltweiten Schätzungen werden 70 bis 80 Prozent der derzeitigen Arbeitsplätze in den nächsten 20 Jahren nicht mehr existieren. Daher wird es von entscheidender Bedeutung sein, dass Unternehmen über die technologischen Instrumente zur Bewältigung dieser Veränderungen verfügen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu bewahren. Gleichzeitig muss sich das Bildungswesen auf den Paradigmenwechsel einstellen.  

Diese Herausforderungen der digitalen Revolution thematisierten die VIII. Deutsch-Chilenischen Wirtschaftstage 2017, organisiert von der AHK Chile. Bei dem Event wurden konkrete Beispiele für industrielle Anwendungen in verschiedenen Branchen vorgestellt, womit er eine Plattform für Austausch und Networking zwischen Firmen, Institutionen und Experten bot. 

Die Wirtschaftstage stellten in Deutschland entwickelte Technologien vor, und in Foren diskutierten Vertreter beider Länder u.a. über die digitale Transformation im Bergbau und die Bildung von Humankapital für die zukünftigen Herausforderungen der Industrie 4.0. 

 “In zehn Jahren wird es in der Logistik 65 Prozent selbstlernende Systeme geben, aber die menschliche Arbeitskraft wird auf alle Fälle weiter bedeutend an den produktiven Prozessen teilhaben”, erklärte Jana Jost vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik. In ihrem Vortrag “Selbstorganisierende Systeme – (R)evolution in der Logistik” stellte sie die Forschungsfelder des Dortmunder Instituts vor, in denen es u.a. um die Integration von Mensch und Maschine geht. 

“In Chile ist ein tiefgreifendes Umdenken nötig. Heute geht es nicht mehr darum, produzierende Industrien aufzubauen, sondern zu verstehen, dass der Erfolg der Wirtschaft darin liegt, Daten zu erfassen. Die Industrie braucht kein Anlagevermögen mehr”, erklärte Palayo Covarrubias, Präsident der chilenischen Stiftung “Digitales Land”, die u.a. in den Bereichen digitale Entwicklung, Bildung und Smart Cities arbeitet.

Eröffnet wurden die Wirtschaftstage, die mehr als 300 Besucher zählten, von Kammerpräsident Oliver Rotmann. “Diese vierte industrielle Revolution bringt die Automatisierung und den Datentransfer auf ein neues Niveau und baut cyber-physische Systeme im Internet der Dinge und Big Data auf. Dies impliziert Veränderungen, die es in der Dimension ihrer Auswirkungen und schwindelerregenden Geschwindigkeit noch nie zuvor gab”, führte Rotmann aus.  

Die Veranstaltung wurde vom BMWi und der Repräsentanz des Freistaates Bayern für Südamerika sowie Unternehmen wie Siemens und Bosch unterstützt.

Gruppenfoto Forum "Information und Daten - Die Rohstoffe des 21. Jahrhunderts": Oliver Rotmann, Präsident AHK Chile; Claudia Guterl, CEO BASF Chile S.A.; Cornelia Sonnenberg, Hauptgeschäftsführerin AHK Chile; Rolf Schulze, Deutscher Botschafter in Chile; und Matthias Mohr, CEO K+S Sal de Chile S.A.

Gruppenfoto Forum "Digitale Transformation im Bergbau": Eduardo Gorchs, Bereichsleiter Industrie, Siemens Chile; Cornelia Sonnenberg, Hauptgeschäftsführerin AHK Chile; Erich Schnake, Staatssekretär im Bergbauministerium; Fernando Bracco Direktor Minnovex A.G. und CEO SK Godelius; und Annika Glatz Project Manager Kompetenzzentrum Bergbau und Rohstoffe