Große Potenziale für Energieeffizienz und Erneuerbare in Chile und Peru

10.03.17 Aktuelles, Energie & Nachhaltigkeit

Deutsche Expertise gefragt / Unternehmerreise im Oktober / Von Anne Litzbarski

Santiago de Chile (GTAI) – 06.03.2017. In Chile und Peru ist die Kombination aus Energieeffizienz und Eigenerzeugung von Strom und Wärme durch regenerative Quellen wenig verbreitet. Es fehlt an Demonstrationsprojekten, konkreter Umsetzung von Innovationen, Technologien und Know-how. Das führt zu Mängeln bei der Messung der innerbetrieblichen Energieflüsse, vor allem in den Exportbranchen wie Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie. Eine Unternehmerreise zeigt Maßnahmen und Einsparpotenziale auf. (Kontaktanschriften). 

Chancen für deutsche Anbieter von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen

Die Deutsch-Chilenische und die Deutsch-Peruanische Industrie- und Handelskammer (AHK Chile sowie AHK Peru) sehen gute Chancen für den Einsatz deutscher Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik sowie der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) vor Ort. Der Anteil von Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik unter den deutschen Exportgütern nach Chile lag 2015 bei 5,1%. Unter den Ausfuhren Deutschlands nach Peru macht diese Warengruppe 6,1% aus. Ein Jahr zuvor hatte der Anteil dieser Warengruppe noch bei 4,1% beziehungsweise 5,5% gelegen

Die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt verschiedene KWK-Pilotprojekte, die den Weg für deutsche Technologieanbieter erleichtern können. Ein Pilotprojekt bis 2015 zeigte die technisch-wirtschaftliche Machbarkeit von KWK anhand von drei öffentlichen Krankenhäusern. Parallel zur Fertigstellung der Anlagen bereiteten sich die zukünftigen Betreiber mit Schulungsmaßnahmen vor.

Das aktuelle Vorhaben "Emissionsminderung durch den Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen in Gewerbe und Industrie Chiles" analysiert das Marktpotenzial neuer KWK-Lösungen, führt neue Technologien ein und bildet lokale Fachkräfte für die Qualitätssicherung aus. Darauf aufbauend werden Studien zu verschiedenen Sektoren wie der chemischen Industrie, der lebensmittelverarbeitenden Industrie, Hotels, Einkaufszentren und Supermärkten sowie zu öffentlichen Liegenschaften erstellt. Die Erfahrungen, die bis 2019 in Chile gemacht werden, sollen an die Nachbarländer Argentinien, Bolivien, Ecuador, Peru und Kolumbien weitergegeben werden.

Der Bereich Biomasse und -gas bietet sich besonders an, denn die Land- und Forstwirtschaft ist ein wichtiger Industriezweig in beiden Ländern. Die Branche sucht Lösungen für Abfallstoffe, oft werden verschiedene Energieformen parallel benötigt. Die AHK Chile begleitet ein Projekt der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI), das chilenische Agrar- und Lebensmittelunternehmen dabei unterstützt, ihre Produktion energieeffizienter zu gestalten.

Infoveranstaltung in Düsseldorf

Die Energieagentur.NRW organisiert eine Unternehmerreise zum Thema Energiemärkte in Chile und Peru vom 2. bis 6.10.17. Am 25.4.17 informiert sie darüber in Düsseldorf. Begleitet von Expertenvorträgen richtet sich die Veranstaltung an Anbieter von Technologien zur Energieeffizienz, erneuerbaren Energien und dezentralen Erzeugungsanlagen (unter anderem Solarthermie, Photovoltaik, KWK, Geothermie, Bioenergie, Windenergie, Solarpumpen, Wärmepumpen) sowie an Forschungs-, Aus-, Fortbildungsinstitute.

Zu den Technologien und Verfahren, die sich in Deutschland bereits durchgesetzt haben und in Südamerika noch weniger erprobt sind, gehören die Eigenerzeugung von Strom und Wärme mit Solarenergie, Energieeffizienz und erneuerbare Energien in Gebäuden, Passivhäuser, Solarenergie für Großgebäude sowie Gebäudezertifizierung. Ein weiteres Feld ist die Optimierung und Automatisierung der Verarbeitungsprozesse in der lebensmittelproduzierenden Industrie. Deshalb finden im Oktober im Rahmen der Unternehmerreise in den Hauptstädten Lima und Santiago de Chile Projektbesichtigungen in der Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie statt.

Die Regierungen beider Länder versuchen seit einigen Jahren, die Energieerzeugungsmatrix zu diversifizieren. Obwohl vor allem Chile bereits erste Fortschritte mit Energieeffizienz erzielt, fehlt es an Demonstrationsprojekten und an Unterstützung für die Unternehmen. Weder auf Management- noch auf Technologieebene wird die konkrete Umsetzung von Innovationen besonders gefördert. Das führt zu Mängeln bei der Messung der innerbetrieblichen Energieflüsse.

Im Gegensatz zu deutschen Unternehmen, die meist hohe Investitionskosten und lange Amortisationszeiten in Kauf nehmen, fokussieren sich südamerikanische Unternehmen auf zeitnahe Einsparungen. Diesen Umstand können ESCO (Energy Service Company)-Unternehmen kompensieren, die sich auf die Konzeption, Umsetzung und den Betrieb von Energieinfrastruktur spezialisieren (Contracting) mit dem Ziel der Energieeinsparung. Die Mitgliedsunternehmen des chilenischen Verbands der Energieeffizienzunternehmen Anesco operieren bereits nach dem Modell.

 

Kontaktanschriften

Deutsch-Chilenische Industrie- und Handelskammer (AHK Chile)

Ansprechpartner: Stefan Fritz, Project Manager Energy & Environment

Christoph Meyer, Project Assistant Energy & Environment

Tel.: 0056 2/22 03 53 20, Durchwahl 43 und 48, Fax: -25

E-Mail: sfritz@camchal.cl, cmeyer@camchal.cl, Internet: chile.ahk.de

 

Deutsch-Peruanische Industrie- und Handelskammer (AHK Peru)

Ansprechpartner: Jan Patrick Häntsche, Bereichsleiter DEinternational/Innovation & Technologie

Tel: 0051 1/441 86 16

E-Mail: jh@camara-alemana.org.pe, Internet: peru.ahk.de

 

Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ), Landesdirektor: Jürgen Klenk, Tel.: 0056 2/27 19 39 00, Fax: -34, E-Mail: giz-chile@giz.de, Internet: www.giz.de

GIZ-Büro Peru

Landesdirektor: Ulrich Krammenschneider

Tel: 0051 1/422 90 67

E-Mail: giz-peru(at)giz.de

Agencia Chilena de Eficiencia Energética (AChEE), Chilenische Energieeffizienzagentur

Tel.: 0056 2/25 71 22 00

E-Mail: info@acee.cl, Internet: www.acee.cl

EnergieAgentur.NRW

Ansprechpartnerin: Magdalena Sprengel, Nationaler & internationaler Klimaschutz, Netzwerk Außenwirtschaft

Telefon: 0211/86 64 22 43

E-Mail: sprengel@energieagentur.nrw

Informationen zur Informationsveranstaltung und Unternehmerreise mit Anmeldung: Internet:

(ALI)