Lateinamerika Finanzmarkt-Monitor vom 1. Dezember 2016

09.12.16 Aktuelles

Moderates Wachstum im dritten Quartal. Industrieproduktion im Oktober stark rückläufig.

Die chilenische Wirtschaft ist nach Angaben der Zentralbank im dritten Quartal saisonbereinigt um 0,6 Prozent gewachsen. Das Ergebnis fiel etwas günstiger aus als erwartet, nachdem das BIP im zweiten Quartal um 0,4 Prozent gesunken war. Im Vorjahresvergleich lag die Wachstumsrate mit 1,6 Prozent etwas höher als die auf dem Konjunkturindikator (IMACEC) basierende Schätzung von 1,5 Prozent. 

Der private Konsum hat sich mit einer Zuwachsrate von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum etwas gesteigert. Der öffentliche Konsum legte mit 6,9 Prozent deutlich zu, blieb aber unter dem Vergleichswert von 7,5 Prozent im Vorjahresquartal. Dagegen waren die Investitionen in Maschinen und Anlagen sowie die Aktivitäten der Bauwirtschaft rückläufig, sodass die Binnennachfrage mit einem Plus von 0,8 Prozent nur halb so hoch ausfiel wie der Anstieg des BIP.  

Die Produktion des Bergbausektors, der fast 12 Prozent zum BIP beiträgt, sank im dritten Quartal um 0,8 Prozent, die Fertigungszahlen der verarbeitenden Industrie gingen um 1,4 Prozent zurück. Auch wenn sich das Wachstum der chilenischen Wirtschaft etwas stabilisiert hat, sind derzeit keine Anzeichen für eine baldige Belebung der Konjunktur erkennbar. Die für den Oktober vorliegenden Zahlen der Industrie deuten darauf hin, dass sich das Wachstum zu Beginn des vierten Quartals wieder abschwächt. Nach den Daten des Statistikamtes INE sanken die Fertigungszahlen der verarbeitenden Industrie im Oktober um 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wobei die Herstellung von Nahrungsmittel um 9,8 Prozent geringer ausfiel als im Vorjahresmonat. Die Produktion im Bergbau schrumpfte um 9,2 Prozent, sodass die Industrie insgesamt einen Rückgang um 7,4 Prozent aufwies.  

 

Notenbank hält Leitzins noch konstant

Obwohl sich die Preisentwicklung spürbar verlangsamt hat und die Inflationsrate im Oktober unter die Marke von 3 Prozent gesunken ist, beließ die Notenbank ihren Leitzins im November bei 3,5 Prozent. In ihrer Mitteilung zur Zinsentscheidung betont die Bank, dass die Unsicherheiten auf den internationalen Finanzmärkten nach der Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten gestiegen sind. Die Finanzierungsbedingungen für die Schwellenländer hätten sich verschlechtert. Die Bank werde ihre Geldpolitik am internen und externen Umfeld sowie an den Inflationsaussichten ausrichten. Dennoch gehen wir weiterhin davon aus, dass die chilenische Notenbank Anfang kommenden Jahres ihren Leitzins senken wird, um der Konjunktur notwendige Impulse zu geben.