Lateinamerika Finanzmarkt-Monitor vom 1. März 2017

07.03.17 Aktuelles

Bergarbeiter-Streik gefährdet Konjunkturerholung.

Der Streik der Bergarbeiter der Kupfermine Escondida geht in die dritte Woche, nachdem Verhandlungen mit dem britisch-australischen Konzern BHP Billiton bisher zu keinem Ergebnis führten. Die Arbeiter verlangen höhere Löhne und protestieren gegen geplante Kürzungen von Sozialleistungen. Ein Ende des Streiks ist derzeit nicht in Sicht. Bereits im Jahr 2006 war die Mine bestreikt worden, damals wurde die Produktion für 21 Tage unterbrochen. Die Escondida-Mine trug im vergangenen Jahr mit einer Produktion von 1,15 Millionen Tonnen rund 6 Prozent zur Weltkupferproduktion bei. Durch den streikbedingten Produktionsausfall stieg der Kupferpreis bereits auf den höchsten Stand seit 20 Monaten. Der Peso konnte mit der Entwicklung des Kupferpreises an Wert gewinnen. Nach Berechnungen der Bergarbeitergewerkschaft führt jeder Streiktag zu Mindereinnahmen des Unternehmens in Höhe von rund 20 Millionen Dollar. Der Produktionseinbruch wird sich voraussichtlich beim Konjunkturindikator (Imacec) der Zentralbank für den Monat Februar bemerkbar machen; nach Berechnungen lokaler Analysten dürfte die Wachstumsrate durch den Streik um 1 Prozent niedriger ausfallen. Je nach Dauer des Streiks droht die chilenische Wirtschaft, die im vierten Quartal 2016, gemessen am Imacec, bereits um 0,3 Prozent geschrumpft war, im laufenden Quartal in eine technische Rezession zu fallen.

 

Industrieproduktion im Januar gesunken 

Laut einer Mitteilung des Statistikamtes INE vom Dienstag dieser Woche ist die Produktion der verarbeitenden Industrie im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat unerwartet um 1,1 Prozent gesunken, obwohl der Monat einen Arbeitstag mehr aufwies als 2016. Der Rückgang ist laut INE auf eine geringere Produktion im Bereich Nahrungsmittel und Getränke zurückzuführen. Marktbeobachter hatten laut Umfrage eine Steigerung der Fertigungszahlen um 0,5 Prozent erwartet.  Der Bergbau meldete im Januar einen Rückgang der Produktion um 1,9 Prozent. Die Versorger konnten mit einem Plus von 3,4 Prozent die Rückgänge der anderen Bereiche zum Teil kompensieren. Für den gesamten industriellen Sektor ergibt sich damit ein Rückgang um 0,9 Prozent. Die Arbeitslosenrate ist im Zeitraum November bis Januar leicht auf 6,2 Prozent gestiegen. Damit lag die Rate um 0,4 Prozentpunkte über dem Vergleichswert im Vorjahreszeitraum.