Lateinamerika Finanzmarkt-Monitor vom 1. März 2018

02.03.18 Aktuelles

Verarbeitende Industrie wächst mit stärkster Rate seit 2016

Die Fertigungszahlen der verarbeitenden Industrie stiegen im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,7 Prozent, dies war die höchste Wachstumsrate seit August 2016. Getragen wurde das Ergebnis von Produktionssteigerungen in der Nahrungsmittelindustrie und in der chemischen Industrie. Auch wenn der Januar einen Arbeitstag mehr aufwies als im Vorjahr, bestätigt die höhere Produktion im verarbeitenden Gewerbe, dass die Konjunktur langsam wieder in Schwung kommt.

OECD erwartet Wachstumsbeschleunigung

Die chilenische Wirtschaft wird in diesem und im folgenden Jahr um jeweils 2,9 Prozent wachsen. Zu diesem Ergebnis kommt die OECD in einem in dieser Woche vorgelegten Bericht. Die Organisation erwartet, dass sich der Kupferpreis erholt und die Investitionen wieder langsam zunehmen. 2016 und 2017 hatten schwächere Preise für das wichtigste Exportprodukt des Landes zu einer Abschwächung der Konjunktur beigetragen. Weiter geht die OECD davon aus, dass
sich das Haushaltsdefizit 2018 und 2019 auf jeweils 1,9 Prozent des BIP verringert,
verglichen mit 2,8 Prozent im vergangenen Jahr. Als Voraussetzung für künftiges Wachstum empfiehlt die OECD, dass Chile seine Wirtschaft stärker diversifiziert und so die Abhängigkeit von der Rohstoffproduktion verringert.

Investitionsquote soll wieder auf 25 Prozent steigen

Sebastián Piñera, der am 11. März das Amt des Staatspräsidenten von seiner Vorgängerin Michelle Bachelet übernehmen wird, will die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Investitionen in den kommenden vier Jahren jährlich zwischen 6 und 7 Prozent steigen, nachdem die Investitionstätigkeit in den vergangenen vier Jahren zurückgegangen war. Dann könnte die Investitionsquote wie zuletzt im Jahr 2013 wieder auf 25 Prozent steigen. Mit höheren Investitionen sind laut Piñera jährliche Wachstumsraten des BIP von 3,5 Prozent möglich.