Lateinamerika Finanzmarkt-Monitor vom 16. April 2018

16.04.18 Aktuelles

Aufschwung festigt sich

Nach dem Wachstumsschub im vierten Quartal scheint sich der konjunkturelle Aufschwung zu Beginn des Jahres fortzusetzen. Nach einer Wachstumsrate von 3,9 Prozent im Januar verzeichnete der IMACEC-Konjunkturindikator im Februar ein Plus von 4,0 Prozent, wobei die Rate unter den Prognosen von Marktbeobachtern blieb, die eine Rate von 4,5 Prozent erwartet hatten. Die günstige Entwicklung im Februar ist allerdings zu einem großen Teil auf die Steigerung im Bergbau zurückzuführen: Die Bergbauproduktion stieg im Vorjahresvergleich um 19,4Prozent, begünstigt durch eine streikbedingte niedrige Vergleichsbasis des Vorjahres. Die übrige Wirtschaft wuchs um 2,8 Prozent und damit weniger als erwartet. Gleichwohl deutet sich an, dass sich das Wachstum der chilenischen Wirtschaft im ersten Quartal weiter beschleunigt hat.

Regierung kündigt neue Mittelaufnahme an

Der chilenische Staat wird in diesem Jahr, wie im Haushaltsplan vorgesehen, neue Mittel in Höhe von umgerechnet rund 7 Milliarden Dollar auf dem lokalen Markt aufnehmen, und zwar in Landeswährung sowie in Unidades de Fomento (UF), inflationsindexierte Peso. Laut Finanzministerium sind vier neue Anleihe-Emissionen geplant, darüber hinaus sollen vier Anleihen aufgestockt werden. Kurz zuvor hatte die Regierung neue Maßnahmen angekündigt, um die Kosten der öffentlichen Verwaltung in den kommenden vier Jahren um rund 500 Millionen Dollar zu kürzen.

Niedrige Inflation weckt Zinsphantasien

Der Anstieg der Konsumentenpreise fiel im März mit 0,2 Prozent überraschend niedrig aus, normalerweise ist die Teuerungsrate im März eine der höchsten des Jahres. In diesem Jahr lag die März-Inflation auf dem niedrigsten Wert seit dem Jahr 2012. Die Jahresrate der Inflation sank im vergangenen Monat auf 1,8 Prozent. Wegen der Aufwertung des Peso rechnet die Zentralbank mit einem Rückgang der Preissteigerungsrate bis Jahresmitte auf 1,5 Prozent; ihre Inflationsprognose für das laufende Jahr nahm die Bank von 2,9 Prozent auf 2,3 Prozent zurück. Nachdem die Preise bereits im Februar stagnierten, steigen die Erwartungen der Marktteilnehmer auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik und eine Zinssenkung in den kommenden Monaten.

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