Lateinamerika Finanzmarkt-Monitor vom 16. Dezember 2016

16.12.16 Aktuelles

Wirtschaft im Oktober geschrumpft 

Die chilenische Wirtschaft verzeichnete im Oktober den schärfsten Rückgang seit sieben Jahren. Gemessen am Konjunkturindikator (IMACEC) der Zentralbank sank die Wirtschaftsleistung im Vorjahresvergleich um 0,4 Prozent. Der Rückgang des Indikators ist vor allem auf geringere Fertigungszahlen der verarbeitenden Industrie und der Bergbauproduktion zurückzuführen, die im Vorjahresvergleich um 7,1 Prozent sank. Wegen einer positiven Entwicklung im Dienstleistungssektor wies die übrige Wirtschaft noch ein Plus von 0,3 Prozent auf. Das ungünstige Ergebnis für den Oktober hatte sich nach den zuvor veröffentlichten Daten der Industrie (s. LFM vom 1.12.) bereits abgezeichnet. Das Ergebnis für den November dürfte kaum besser ausfallen, da im vergangenen Monat mehrere Streikaktionen die Wirtschaftsleistung belastet haben dürften.  

Preise im November leicht gestiegen 

Der Index der Konsumentenpreise ist im November um 0,1 Prozent gestiegen, wobei sich vor allem die Wohnkosten erhöhten. Laut einer Mitteilung des Statistikamtes wiesen fünf der insgesamt 12 Warenkategorien Preissteigerungen auf, sechs verzeichneten Preisrückgänge. Die Jahresrate der Inflation kletterte auf 2,9 Prozent, verglichen mit 2,8 Prozent im Vormonat. Damit liegt die Teuerungsrate im Zentrum des Zielkorridors der Notenbank von 2 bis 4 Prozent. Insofern besteht Spielraum für eine Lockerung der Geldpolitik, zumal sich die Preisentwicklung in den kommenden Monaten weiter verlangsamen dürfte. Die Notenbank hat ihren Leitzins in dieser Woche unverändert bei 3,5 Prozent belassen, aber gleichzeitig angedeutet, dass eine Lockerung der Geldpolitik notwendig werden könnte, wenn sich die Abschwächung der Konjunktur fortsetzt. Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Notenbank spätestens im Januar ihren Leitzins senkt, um der Wirtschaft neue Impulse zu geben.