Lateinamerika Finanzmarkt-Monitor vom 16. Januar 2017

17.01.17 Aktuelles

Schwaches Wachstum im November

Gemessen am Konjunkturindikator (Imacec) der Zentralbank ist die chilenische Wirtschaft im November um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gewachsen. Obwohl sich die Konjunktur in den letzten Monaten leicht erholte, erweist sich das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal 2016 schwächer als von der Regierung und den Marktbeobachtern erwartet. Laut einer Umfrage hatten die Analysten für den November eine Wachstumsrate von 1,4 Prozent erwartet. Die anhaltende Wachstumsschwäche war im November vor allem auf geringere Fertigungszahlen der verarbeitenden Industrie zurückzuführen, während der Handel und der Bergbau Zuwächse verzeichnen konnten. Für die ersten elf Monate des Jahres ergibt sich damit ein Wirtschaftswachstum von 1,9 Prozent.

Verkäufe von Neuwagen gestiegen 

 Im Gegensatz zur allgemeinen Nachfrageschwäche sind die Verkäufe von Neuwagen im vergangenen Jahr um 8,3 Prozent auf 305 540 Einheiten gestiegen. 2015 waren die Absatzahlen um 16 Prozent gesunken. Nach Einschätzung des Branchenverbandes ANAC ist der Anstieg bei den PKW auf Wechselkurseffekte und entsprechende Wettbewerbsvorteile der Herkunftsländer zurückzuführen, da sich deren Währungen gegenüber dem Dollar stärker abwerteten.  Die Zahl der Verkäufe von Lastwagen ging dagegen aus konjunkturellen Gründen um 10,4 Prozent auf 11 481 Fahrzeuge zurück.

Preisentwicklung 2016 im Zielbereich  

Die Preissteigerungsrate ging im Dezember 2016 mit 2,7 Prozent auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren zurück, da der Index der Konsumentenpreise unerwartet um 0,2 Prozent sank. Die Rate der Kerninflation lag im Dezember bei null und schloss zum Jahresultimo bei 2,9 Prozent. Die Verlangsamung der Preisentwicklung und das schwache Wachstum im November dürften der Notenbank genügend Argumente liefern, in diesem Monat die Zinswende einzuleiten. Im Verlauf des Jahres könnte der Leitzins auf 2,75 Prozent sinken.