Lateinamerika Finanzmarkt-Monitor vom 16. März 2016

16.03.18 Aktuelles

Piñera mit guten Startbedingungen

Die Startbedingungen für die zweite Amtszeit (nach 2010 bis 2014) von Staatspräsident Sebastián Piñera, der am vergangenen Sonntag das Amt von seiner Vorgängerin Michelle Bachelet übernahm, könnten kaum besser sein. Das Wirtschaftswachstum dürfte sich in diesem Jahr unter anderem wegen der höheren Kupferpreise gegenüber 2017 nahezu verdoppeln. Die Unternehmen zeigen wieder größere Zuversicht und beginnen zu investieren, die Inflation ist unter Kontrolle, Außenwirtschaft und öffentliche Finanzen sind im Gleichgewicht, auch wenn das Defizit im Staathaushalt vergangenes Jahr mit 2,1 Prozent des BIP höher ausfiel als bisher angenommen. Schwieriger als eine kurzfristige Wachstumssteigerung dürfte es werden, Lösungen für die strukturellen Probleme des Landes zu finden, dazu zählen die großen sozialen Unterschiede in der Bevölkerung und die immer noch hohe Abhängigkeit der Volkswirtschaft vom Kupfer als wichtigstes Exportprodukt des Landes. 

Wirtschaft wächst im Januar mit höchster Rate seit zwei Jahren  - Wachstumsbelebung auf breiter Basis 

Gemessen am Konjunkturindikator (IMACEC) der chilenischen Zentralbank ist die Wirtschaft des Landes im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,9 Prozent gewachsen, dies war die höchste Rate seit Februar 2016. Den Daten der Zentralbank zufolge vollzieht sich der beginnende Aufschwung auf breiter Basis: Der Indikator für die Bergbauproduktion kletterte um 8,6 Prozent, die übrige Wirtschaft wuchs um 3,5 Prozent, wobei die verarbeitende Industrie sowie Handel und Dienstleistungen zulegen konnten. Für den Februar erwarten wir eine weitere Beschleunigung des Wachstumstempos, bedingt durch eine niedrigere Vergleichsbasis des Vorjahres. Anfang 2017 hatte ein längerer Streik im Kupferbergbau das Wachstum geschwächt.

Trendwende in der Bauwirtschaft

Der monatlich vom Branchenverband (CChC) veröffentlichte Index der Bauwirtschaft konnte im Januar mit einem Plus von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat im dritten Monat in Folge zulegen, dies war die höchste Rate seit März 2016. Zuvor war der Index 14 Monate in Folge gesunken. Die Belebung der Bauwirtschaft, die eng mit dem Konjunkturverlauf verknüpft ist, dürfte sich im Zusammenhang mit der erwarteten Steigerung der Investitionstätigkeit in den kommenden Monaten fortsetzen.

Null-Inflation im Februar

Die Konsumentenpreise blieben laut Statistikamt INE im Februar unverändert gegenüber Januar. Die Jahresrate der Inflation sank auf 2,0 Prozent. Der Rückgang der Preissteigerungsrate ist auf geringere Preise für Nahrungsmittel sowie Effekte durch den festen Peso zurückzuführen. Die Kerninflation, ohne Berücksichtigung der Nahrungsmittelpreise, stieg im Februar geringfügig um 0,1 Prozent. Für den März prognostiziert das Statistikamt eine Teuerungsrate von 0,3 Prozent und einen Rückgang der Jahresrate auf unter 2 Prozent.