Lateinamerika Finanzmarkt-Monitor vom 16. März 2017

17.03.17 Aktuelles

Wachstum im Januar leicht beschleunigt.

Gemessen am Imacec-Konjunkturindikator der Zentralbank ist die chilenische Wirtschaft im Januar gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent gewachsen und damit etwas stärker als im Dezember (1,2 Prozent). Im Vergleich zum Dezember wuchs die Wirtschaft um 0,4 Prozent, dies war die dritte positive Veränderung in Folge. Der Bergbaubereich expandierte überdurchschnittlich um 0,9 Prozent. Für den Februar erwarten wir wegen des Streiks im Kupferbergbau allerdings eine deutlich geringere Wachstumsrate.  

Niedrige Inflation schafft Spielraum für Zinssenkung 

Der Anstieg der Konsumentenpreise hat sich im Februar weiter verlangsamt und blieb mit 0,2 Prozent deutlich unter dem Vergleichswert vom Januar (0,5 Prozent). Der geringe Anstieg der Preise ist im Wesentlichen auf höhere Ausgaben für Nahrungsmittel und gestiegene Kosten für Wohnraum zurückzuführen. Die Jahresrate der Inflation sank auf 2,7 Prozent, sie liegt damit im unteren Bereich des Zielkorridors der Notenbank von 2 bis 4 Prozent. Im Januar hatte die Notenbank ihren Leitzins angesichts der höheren Januar-Inflation von 0,5 Prozent unverändert bei 3,25 Prozent belassen. Wir gehen davon aus, dass heute (16.3.) eine Zinssenkung um 25 Basispunkte beschlossen wird. 

Versicherer dürfen mehr im Ausland investieren 

Die chilenische Zentralbank hat für Versicherer und Rückversicherer das Limit für Anlagen im Ausland von bisher 20 Prozent auf 30 Prozent des Risikokapitals angehoben. Die Maßnahme ist nach Angaben der Bank abgestimmt auf die Bemühungen der Regierung die Produktivität der chilenischen Wirtschaft zu steigern und soll zu einer Diversifizierung des Portfolios der Unternehmen beitragen. Man erhofft sich ein breiteres Angebot für die Versicherten und zusätzliche Mittel, die für Projekte zur Stärkung der Infrastruktur bereitgestellt werden können.  

Minenstreik belastet Kupferexporte 

Chiles Überschuss im Außenhandel sank im Februar auf 236 Millionen Dollar, verglichen mit einem Plus in Höhe von 720 Millionen Dollar im Januar. Der Rückgang ist zum Teil auf geringere Kupferausfuhren zurückzuführen, die sich wegen des noch immer anhaltenden Streiks der Minenarbeiter in der Kupfermine Escondida um 12,7 Prozent auf 2,0 Milliarden Dollar verminderten. Der Rückgang der Kupferexporte konnte teilweise durch höhere Ausfuhren industrieller Produkte und anderer Bergbauerzeugnisse (Lithium, Molybdän, Eisen) kompensiert werden. Insgesamt sanken die Ausfuhren im Vorjahresvergleich um 1,8 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar, während die Einfuhren, trotz schwacher Binnennachfrage, um 12 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar anstiegen.