Lateinamerika Finanzmarkt-Monitor vom 16. November 2016

16.11.16 Aktuelles

Schwaches Wachstum im September.

Gemessen am Konjunkturindikator (Imacec) der Notenbank ist die chilenische Wirtschaft im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,4 Prozent gewachsen. Die Veränderung blieb unter den Erwartungen des Marktes und unter der Wachstumsrate des Vormonats (2,5 Prozent). Das schwache Ergebnis ist hauptsächlich auf eine geringere Bergbauproduktion zurückzuführen, die um 3,6 Prozent sank, während die Bereiche der übrigen Wirtschaft, insbesondere der Dienstleistungssektor, um 1,9 Prozent zulegen konnten. Für das dritte Quartal ergibt sich auf Basis des Konjunkturindikators ein Anstieg des BIP um 1,5 Prozent. Für die ersten neun Monate des Jahres liegt die Wachstumsrate des BIP mit 1,7 Prozent innerhalb der von der Notenbank prognostizierten Spanne von 1,5 bis 2,0 Prozent.

Niedrige Inflation beflügelt Zinsspekulationen 

Im Zuge der schwachen Konjunktur sinkt die Inflationsrate schneller als erwartet: Der Index der Konsumentenpreise (IPC) stieg im Oktober – wie im September - um 0,2 Prozent und damit geringer als erwartet. Die Jahresrate der Inflation fiel auf 2,8 Prozent, verglichen mit 3,1 Prozent im September. Erstmals seit Januar 2014 liegt die Preissteigerungsrate wieder unterhalb der Marke von 3 Prozent, sie bewegt sich damit seit vier Monaten innerhalb des Zielkorridors der Notenbank.

Marktbeobachter hatten bisher erst für den Februar eine Zinssenkung prognostiziert, wegen der deutlichen Verlangsamung der Preisentwicklung erwarten einzelne Analysten bereits im Dezember eine erste Zinssenkung. Wie aus dem Protokoll der Notenbanksitzung vom 18. Oktober hervorgeht, wurde bereits im vergangenen Monat im Direktorium der Bank eine Zinssenkung um 25 Basispunkte erwogen. Für die Monate November und Dezember wird eine weitere Verlangsamung des Preisauftriebs erwartet, insofern stellt sich nur noch die Frage nach dem Zeitpunkt für die erste Zinssenkung seit September 2014.