Lateinamerika Finanzmarkt-Monitor vom 16. November 2017

22.11.17 Aktuelles

Wirtschaft kommt nicht in Schwung - IWF erwartet Konjunkturbelebung in 2018

Das Wachstum der chilenischen Wirtschaft hat sich im September wieder verlangsamt; trotz steigender Kupferproduktion kommt die Wirtschaft nicht in Schwung. Gemessen am Konjunkturindikator (Imacec) der Notenbank ist das BIP im September um 1,3 Prozent gewachsen, verglichen mit einer Rate von 2,4 Prozent im August. Während der Bergbau im September wegen höherer Kupferproduktion um 8,5 Prozent zulegen konnte, blieb das Wachstum der übrigen Wirtschaft um nur 0,7 Prozent schwach. Nach Angaben der Zentralbank wurde ein moderates Wachstum in den Bereichen Dienstleistungen und Handel durch Rückgänge in der Bauwirtschaft aufgezehrt. Für den Zeitraum Januar bis September ergibt sich damit eine Wachstumsrate von 1,1 Prozent, dies ist der niedrigste Wert seit dem Jahr 2009. Der Internationale Währungsfonds hat seine Prognose für das Wachstum der chilenischen Wirtschaft im laufenden Jahr von 1,6 Prozent auf 1,4 Prozent zurückgenommen. Für 2018 hob der IWF seine Prognose von 2,3 Prozent auf 2,5 Prozent an. 

Preisentwicklung im Oktober über den Erwartungen -  Leitzins vorerst unverändert 

Die Konsumentenpreise sind im Oktober deutlicher als erwartet um 0,6 Prozent gestiegen, Marktbeobachter hatten eine wesentlich geringere Rate von 0,3 Prozent prognostiziert. Überdurchschnittlich erhöhten sich die Preise für Wohnen und allgemeine Dienstleistungen. Mit der Entwicklung im Oktober wurde der überraschende Rückgang des Preisniveaus im September um 0,2 Prozent wieder kompensiert. Die Jahresrate der Inflation stieg auf 1,9 Prozent, sie liegt knapp unter dem Zielkorridor der Notenbank. 

Hoher Exportüberschuss im Oktober - Kupferausfuhr steigt um 33 Prozent 

Die chilenische Wirtschaft verzeichnete im Oktober einen Überschuss im Außenhandel in Höhe von 583 Millionen Dollar, dabei stieg die Ausfuhr von Kupfer auf den höchsten Wert seit drei Jahren. Insgesamt kletterten die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 25 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar; mehr als die Hälfte davon entfiel auf die Lieferungen von Kupfer, die um 33 Prozent zulegten. Die Einfuhren nahmen insgesamt um 14 Prozent auf rund 5,4 Milliarden Dollar zu. Für den Zeitraum Januar bis Oktober ergibt sich ein Überschuss in der Handelsbilanz in Höhe von 4,7 Milliarden Dollar, verglichen mit 3,9 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. 

Peso im Aufwind 

Die günstige Entwicklung im Außenhandel zeigt sich auch in der Kursentwicklung des Peso, der sich seit dem dritten Quartal im Aufwind befindet. In den letzten Tagen profitierte die Währung zusätzlich von der Schwäche des Dollar, wobei die Entwicklung von den Kupferpreisen gedämpft wird, die seit Mitte Oktober leicht nachgeben.