Lateinamerika Finanzmarkt-Monitor vom 16. Oktober 2017

17.10.17 Aktuelles

Bergbau trägt das Wachstum

Die chilenische Wirtschaft ist im August im Rahmen der Erwartungen um 2,4 Prozent gewachsen, verglichen mit einer Rate von 2,8 Prozent im Juli. Nach Angaben der Zentralbank verzeichnete der Bergbau ein Plus von 9,8 Prozent, während die übrigen Bereiche der Wirtschaft um 1,8 Prozent zulegen konnten. Für die ersten acht Monate des Jahres ergibt sich damit eine Wachstumsrate von 1,0 Prozent. 

Regierung will Ausgaben um 3,9 Prozent steigern 

Staatspräsidentin Bachelet hat angekündigt die öffentlichen Ausgaben im kommenden Jahr um 3,9 Prozent zu steigern, wobei Investitionen in die Infrastruktur und im Bildungsbereich im Zentrum stehen werden. Der Anstieg der Ausgaben fällt damit höher aus als im Vorjahr mit 2,7 Prozent. Laut Finanzminister Nicolás Eyzaguirre rechnet der Staat im kommenden Jahr mit Einnahmesteigerungen von 7,5 Prozent, sodass der Fehlbetrag im Staatshaushalt auf 1,9 Prozent sinken dürfte. Lange galt Chile als eines der stabilsten Länder der Region; der Rückgang der Kupferpreise und höhere Staatsausgaben während der Bachelet-Regierung führten zu höheren Fehlbeträgen im Staatshaushalt und hatten Bonitäts-Abstufungen der Rating-Agenturen zur Folge. Die jüngsten Preiserholungen für Kupfer könnten dazu beitragen, die öffentlichen Finanzen wieder stärken. 

Preisniveau im September unerwartet gesunken 

Der Index der Konsumentenpreise ging im September wegen geringerer Preise für Nahrungsmittel und Dienstleistungen um 0,2 Prozent zurück. Marktbeobachter hatten eine Erhöhung der Preise um 0,3 Prozent erwartet, auch die Zentralbank zeigte sich vom Preisrückgang überrascht. Damit sank die Jahresrate der Inflation auf 1,5 Prozent. Für die ersten neun Monate des Jahres ergibt sich ein Preisanstieg von 1,4 Prozent. Wegen der schwachen Konjunktur und der niedrigen Inflationsrate dürfte die Notenbank am Leitzins von derzeit 2,5 Prozent nach Einschätzung lokaler Analysten bis Ende kommenden Jahres festhalten.