Lateinamerika Finanzmarkt-Monitor vom 18. September 2017

20.09.17 Aktuelles

Höhere Bergbauproduktion belebt das Wachstum - Zentralbank erhöht Wachstumsprognose

Gemessen am Konjunkturindikator (Imacec) der Notenbank ist die chilenische Wirtschaft im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat deutlicher als erwartet um 2,8 Prozent gewachsen; Marktbeobachter hatten ein Plus von 2,1 Prozent prognostiziert. Eine Trendwende ist daraus allerdings noch nicht abzulesen, die günstigere Entwicklung im Juli ist wesentlich auf eine höhere Bergbauproduktion und höhere Kupferpreise zurückzuführen. Nach Produktionsstörungen im ersten Halbjahr konnte die Produktion im Juli um 5,2 Prozent zulegen. Für die ersten sieben Monat ergibt sich damit ein Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent, dies ist die schwächste Rate seit dem Jahr 2009. Die Notenbank hat ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf eine Spanne von 1,25 Prozent bis 1,75 Prozent leicht nach oben korrigiert. Für das zweite Halbjahr erwartet die Bank eine Belebung der Konjunktur bedingt durch ein günstigeres weltwirtschaftliches Umfeld und als Folge einer expansiveren Geldpolitik. An ihrer BIP-Prognose für 2018 mit einer Wachstumsrate von 2,5 bis 3,5 Prozent hält die Bank fest.  

Inflation im August unter den Erwartungen - Leitzins unverändert bei 2,5 Prozent 

Der Anstieg der Konsumentenpreise blieb im August mit 0,2 Prozent leicht unter den Erwartungen des Marktes (0,3 Prozent), wobei der Preisanstieg vor allem auf höhere Ausgaben für Nahrungsmittel und Getränke zurückzuführen ist, die sich um 1,0 Prozent verteuerten. Die Jahresrate der Inflation stieg auf 1,9 Prozent, sie bleibt damit deutlich unter dem Zielwert der Notenbank von 3 Prozent. Die Kerninflation blieb im August unverändert.  

Die Notenbank hat ihren Leitzins am Donnerstag vergangener Woche erwartungsgemäß unverändert bei 2,5 Prozent belassen. In Anbetracht der rückläufigen Teuerung besteht Spielraum für eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Allerdings erwarten die meisten Marktteilnehmer, dass die Notenbank am aktuellen Leitzins bis Mitte kommenden Jahres festhalten wird. 

Deutlicher Anstieg der Kupferexporte im August 

Die Erlöse aus dem Export von Kupfer stiegen im August wegen höherer Weltmarktpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 34 Prozent auf knapp 3 Milliarden Dollar. Dies war der höchste Wert seit Ende 2014. In den ersten acht Monaten des Jahres nahmen die Einnahmen aus dem Kupferexport um 12 Prozent auf 19,8 Milliarden Dollar zu. Der hohe Zustrom an Devisen trägt dazu bei, die öffentlichen Finanzen zu stabilisieren und stärkt die lokale Währung. In den letzten Tagen gab der Peso wieder etwas nach, da vor den Festtagen anlässlich des Nationalfeiertages die Dollarnachfrage stärker anzog. Dennoch konnte der Peso seit Jahresbeginn gegenüber dem Dollar um 7 Prozent aufwerten. Der Peso schloss am 15. September bei 625,48 Pesos zum Dollar.