Lateinamerika Finanzmarkt-Monitor vom 2. Januar 2017

03.01.17 Aktuelles

Zentralbank senkt Wachstumsprognose

Der neue Präsident der chilenischen Zentralbank Mario Marcel hat die Wachstumsprognose für das Jahr 2017 um 0,25 Punkte auf eine Spanne zwischen 1,5 und 2,5 Prozent nach unten korrigiert. 2016 dürfte das Wirtschaftswachstum mit einer Rate von 1,5 Prozent auf den niedrigsten Wert seit dem Rezessionsjahr 2009 gesunken sein. Gleichzeitig nahm die Bank ihre Inflationsprognose für 2017 von 3,1 auf 2,9 Prozent zurück. Im zurückliegenden Jahr 2016 blieb die Preissteigerungsrate voraussichtlich etwas unterhalb von 3 Prozent. Vor diesem Hintergrund besteht genügend Spielraum für eine Lockerung der Geldpolitik, um der Konjunktur die notwendigen Impulse zu geben. Wie bereits im Dezember dargelegt, erwarten wir eine etwas expansivere Geldpolitik und im Januar eine erste Zinssenkung.   

Industrie- und Kupferproduktion im November schwächer 

 Die Aussicht auf eine Zinssenkung im Januar wird durch die schwache Entwicklung der Industrie und eine geringere Kupferproduktion gestützt. Laut Statistikamt INE sanken die Fertigungszahlen der verarbeitenden Industrie im November wegen rückläufiger Produktion der Nahrungsmittel- und Bergbauindustrie im Vorjahresvergleich um 2,1 Prozent. Die Produktion von Kupfer, dem wichtigsten Exportgut des Landes, fiel um 1,3 Prozent. Für das vierte Quartal ist daher ein deutlicher Rückgang der Industrieproduktion zu erwarten. Dagegen erweist sich der private Konsum weiterhin als robust: Die Umsätze im Einzelhandel stiegen im Vorjahresvergleich um 5 Prozent.  

Arbeitslosenrate im November überraschend gesunken

Die Arbeitslosenrate ist im Zeitraum September bis November trotz Wachstumsschwäche der chilenischen Wirtschaft gegenüber dem vorangegangenen Drei-Monats-Zeitraum um 0,2 Punkte auf 6,2 Prozent gesunken. Dabei wurde der Beschäftigungsrückgang in der Bauwirtschaft und im Bergbau durch steigende Beschäftigungszahlen im Handel und in der Landwirtschaft kompensiert. Im Zeitraum Mai bis Juli hatte die Arbeitslosenrate bei 7,1 Prozent gelegen, inzwischen sank die Quote auf den niedrigsten Stand seit Februar 2016.