Lateinamerika Finanzmarkt-Monitor vom 2. Oktober 2017

03.10.17 Aktuelles

Märkte rechnen mit Wahlsieg Piñeras

Am 19. November findet die erste Runde der Präsidentschaftswahlen statt. Den Umfragen zufolge dürfte Ex-Präsident Sebastián Piñera die meisten Stimmen auf sich vereinigen, allerdings wird es im ersten Wahlgang für eine absolute Mehrheit nicht reichen, sodass es im Dezember voraussichtlich zu einer Stichwahl kommen wird. Derzeit sehen die Umfragen Piñera bei 34 Prozent. Sollten sich die eher links von der Mitte stehenden Kandidaten Alejandro Guiller, Beatriz Sanchez und Carolina Goic, die derzeit in den Umfragen gemeinsam auf 37 Prozent der Stimmen kommen, auf einen gemeinsamen Gegenkandidaten einigen, ist der Wahlausgang offen. Die Märkte gehen bisher offenbar von einem Wahlsieg Piñeras aus, der als markt- und unternehmerfreundlich gilt. Die Aktienkurse sind in diesem Jahr bereits um 29 Prozent gestiegen. Neben der Erholung der Kupferpreise dürfte in den Kursen ein Wahlerfolg Piñeras eingepreist sein. 

Industrieproduktion legt deutlich zu  

Der Index der Industrieproduktion, der die Sektoren Bergbau, Versorger und die verarbeitende Industrie abbildet, stieg im August um 1,6 Prozent und im Vorjahresvergleich um 5,1 Prozent. Die einzelnen Sektoren entwickelten sich allerdings recht unterschiedlich. Während die Bergbauproduktion (9,2 Prozent) und die Versorger (4,5 Prozent) im Vorjahresvergleich deutlich zulegen konnten, fiel das Wachstum der verarbeitenden Industrie mit 1,4 Prozent schwächer aus. Getragen wurde das Wachstum vor allem von einer um 7,2 Prozent höheren Produktion der chemischen Industrie.  

Arbeitslosenrate überraschend gesunken 

Die Arbeitslosenrate in den drei Monaten Juni bis August sank deutlicher als erwartet auf 6,6 Prozent. Im Vergleich zu den vorangegangenen drei Monaten ging die Rate um 0,3 Prozentpunkte zurück, obwohl in diesem Zeitraum häufig saisonale Effekte den Arbeitsmarkt eher belasten. Im Zuge der beginnenden konjunkturellen Erholung stieg die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,3 Prozent, insbesondere im Dienstleistungssektor und in der Landwirtschaft nahm die Beschäftigung zu. Dagegen verzeichneten die verarbeitende Industrie und die Bauwirtschaft sinkende Beschäftigungszahlen.