Prognose 2018: Chile auf Platz Eins für Auslandsinvestitionen

24.01.18 Aktuelles

Santiago de Chile

2018 wird das Jahr des Aufschwungs für Chile. Die Zentralbank erhöhte Anfang Januar ihre Prognose des Wirtschaftswachstums von 3 auf 3,2 Prozent. Zeitgleich positionierte Baker McKenzie Chile als Investionsland Nr. 1 in Lateinamerika, noch vor Brasilien und Mexiko. Auch deutsche Unternehmer werden verstärkt in das Andenland reisen.

Mit einer liberalen Agenda und dem Schwerpunkt Wirtschaftswachstum gewann der als gemäβigt geltende Kandidat der konservativen Oppositions-Koalition, Sebastián Piñera, im Dezember die Präsidentschaftswahlen und wird nach vier Jahren die sozialdemokratische Präsidentin Michelle Bachelet ablösen. Der Regierungswechsel in Chile setzt die Reihe der Machtwechsel von linken zu konservativen Regierungen in Südamerika fort.

Schon vor der Amtsübernahme von Sebastián Piñera im März stehen die Zeichen auf Aufschwung: Anfang Januar erhöhte die chilenische Zentralbank ihre Prognose des Wirtschaftswachstums für das Jahr 2018 von 3 auf 3,2 Prozent. Für 2019 wird nach der ersten Expertenumfrage des Jahres ein weiterer Anstieg des Bruttosozialprodukts erwartet: Die Zentralbank geht nun von 3,5 statt 3,3 Prozent aus. Die Inflation soll in diesem Jahr bei 2,6 Prozent liegen und 2019 bei 3,0 Prozent. Laut Expertenmeinung sollte die Zentralbank den Leitzins von 2,5 Prozent beibehalten.

In der Erhebung wurden erstmals der Bergbau und alle übrigen Sektoren unabhängig voneinander bewertet. Als Faktoren für die Erholung der chilenischen Wirtschaft wurden die verbesserte internationale Konjunkturlage, der Anstieg der Kupferpreise sowie niedrige Zinssätze und Inflationsraten des Landes genannt.

Der guten Nachricht folgte im Januar sogleich eine weitere: Eine Umfrage der internationalen Anwaltskanzlei Baker McKenzie unter 125 Investoren in Nordamerika, Europa und Asien hat Chile auf Platz 1 für zukünftige Investitionen in Lateinamerika noch vor Brasilien und Mexiko positioniert.

Die Anwaltskanzlei erklärte, drei Viertel der Befragten hätten ausgesagt, in diesem Jahr in Chile investieren zu wollen. Als Grund gaben sie an, es als ein Land mit strikten rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen wahrzunehmen.

Die Studie ergab zudem, dass die Pazifik-Allianz (Chile, Kolumbien, Mexiko und Peru) immer stärker die Aufmerksamkeit ausländischer Investoren erregt. Insbesondere sei interessant, dass die teilnehmenden Länder 92 Prozent der Einfuhrzölle für den Warenaustausch untereinander abgeschafft und ihre Handelsbörsen in einer gemeinsamen Plattform integriert hätten.