Chile: Innovation für Berufsschulen – Ausbildung mit Perspektive

Durch seinen Rohstoffreichtum gehört Chile zu den wirtschaftlich stärksten Staaten Lateinamerikas. In wichtigen Branchen wie Bergbau oder Logistik mangelt es jedoch an gut ausgebildeten Fachkräften wie Industriemechanikern, Kfz-Mechanikern oder Elektrikern. Durch seinen Einsatz als Integrierte Fachkraft im Programm ExperTS an der Auslandshandelskammer (AHK) in Santiago de Chile fördert Dieter Bräuer den Aufbau einer praxisnahen Berufsbildung.

 

 

Berufliche Bildung am Puls der Wirtschaft

Seit Anfang 2015 unterstützt Dieter Bräuer den Unternehmerverband SOFOFA OTIC
Capital Humano, an den fünf staatliche Berufsschulen aus dem Großraum Santiago
de Chile angeschlossen sind, in einem Pilotprojekt zur Stärkung der dualen Berufsausbildung. Gemeinsam mit seinen Kollegen von der AHK bildete er die Schuldirektoren in Managementmethoden weiter und die Berufsschullehrer in innovativen didaktischen Methoden fort. So wurde der Frontalunterricht um eigenverantwortliche Projektarbeit ergänzt, welche die Jugendlichen praxisnah auf den späteren Berufsalltag vorbereitet. Zudem wurde ein Zertifikatskurs in „Lean Management“ eingeführt, durch den die Berufsschüler ihre Werkstätten effizienter organisieren können.

Darüber hinaus setzt sich Dieter Bräuer dafür ein, dass Industrie und Berufsschulen enger zusammenarbeiten, um langfristig eine duale Berufsausbildung zu etablieren. So wirbt er bei Unternehmen dafür, bezahlte und qualitativ hochwertige Praktika anzubieten. Dadurch können sie sich passend qualifizierte Fachkräfte sichern und ermöglichen zugleich den Berufsschülern, die in Chile vorwiegend aus armen Familien stammen, bessere Perspektiven am Arbeitsmarkt. Vor allem große Unternehmen zeigen zunehmend Interesse, sich an der Ausbildung zu beteiligen.

Erfolge

➔ Ausgebildete Fachkräfte: Mehr als 3.500 Berufsschüler profitieren von innovativen
Lehrmethoden und -inhalten. Die Absolventen setzen neue Ansätze wie „Lean
Management“ in der Praxis um und steigern so die Effizienz und Produktivität lokaler
Unternehmen.
➔ Kompetenzaufbau für Berufsschulen: Ein Folgeprojekt mit SOFOFA hat bereits
begonnen. In Arbeit sind unter anderem die Einführung des international anerkannten
Berufsbildungsstandards ISO 29 990 sowie neuer Lehrmodule zu Unternehmensgründung,
Energieeffizienz und Photovoltaik.
➔ Neue Dienstleistungen: Die AHK hat sich als erfolgreicher Anbieter von Fortbildungen
in den Bereichen Ausbilderqualifizierung, Lean Management sowie Energie
und Umwelt etabliert.

Das ExperTS-Programm

ExperTS fördert nachhaltiges Wirtschaften weltweit: In rund 30 Ländern beraten über das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) vermittelte Experten, sogenannte Integrierte Fachkräfte, lokale und deutsche Unternehmen zu entwicklungspolitischen Themen. Die Fachkräfte sind beim Arbeitgeber vor Ort
angestellt und erhalten einen Gehaltszuschuss von CIM. Das vom Bundesministerium
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderte Programm
schlägt eine Brücke zwischen Außenwirtschaftsförderung und Entwicklungspolitik.
Es wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
GmbH sowie den Auslandshandelskammern, Delegationen der Deutschen Wirtschaft
und bilateralen Wirtschaftsvereinigungen gemeinsam umgesetzt.