Deutsche Firma baut Chiles größten Windpark

Windkraft ist in Chile wettbewerbsfähig. Diesen Beweis hat die deutsche Firma wpd aus Bremen kürzlich erbracht, als sie in einer öffentlichen Stromausschreibung mit konventionellen Energien konkurrierte und Lieferverträge für 350 MW installierte Leistung gewann.

Die wpd AG wurde 1996 in Bremen als mittelständiges Unternehmen für die Entwicklung und Finanzierung sowie den Bau und Betrieb von Windparks gegründet. Wpd führt Projekte in eigenem Betrieb weiter, sei es als alleiniger oder als Miteigentümer der Windparks. Das Unternehmen ist weiterhin in Händen der Firmengründer und somit als unabhängiger Erzeuger erneuerbarer Energien aufgestellt.

In Deutschladnd hat sich wpd eine führende Position beim Ausbau der Windenergie onshore erarbeitet und profiliert sich im Repowering als Innovationsmotor. In Europa ist wpd auch im Offshore-Bereich tätig.

Die außereuropäischen Standorte konzentrieren sich auf ausgewählte Umweltmärkte, in denen das Unternehmen Potenzial sieht und sich langfristig engagieren kann. Wpd hat Niederlassungen in Kanada, den USA, Taiwan und Chile eingerichtet.

Die chilenische Niederlassung wurde 2008 als wpd Chile SpA gegründet und begann mit Windmessungen sowie Projektentwicklung und Flächenbeschaffung. Heute zählt die chilenische Niederlassung 15 Mitarbeiter.

Sie haben sich 2016 in einer öffentlichen Ausschreibung gegen die großen Stromanbieter durchsetzen können. Was haben Sie genau gewonnen?

Lutz Kindermann, Country Manager wpd Chile SpA:

"Bei der Ausschreibung ging es um die Stromlieferung an regulierte Kunden. Wir haben Stromlieferverträge über 20 Jahre für eine installierte Leistung von 350 MW gewonnen. Die Lieferung beginnt 2021. Dabei konnten wir beweisen, dass Windenergie mit konventioneller Energie preislich konkurrieren kann.

Wo werden die Windparks gebaut?

In Malleco, IX. Region, werden wir mit 270 MW Chiles größten Windpark bauen. Die Umweltgenehmigung ist bereits erteilt, der Baustart wird Ende 2018 sein. Die Bauzeit wird zwei Jahre betragen. Zudem haben wir zwei weitere Projekte in der Nähe von Los Angeles, in Negrete und Duqueco, VIII. Region. Das sind die Projekte, mit denen wir für 2021 an den Start gehen."

Wie schätzen Sie den chilenischen Markt in Ihrem Segment ein?

"Der Wind in Chile ist normal bis gut. Der Energiebedarf ist dauerhaft vorhanden und wird in Zukunft steigen. Wir haben Klimawandel, weshalb zukünftig weniger

Wasserkraft zur Verfügung stehen wird. Das Land hat sich zur CO2-Reduzierung verpflichtet, und es gibt Investitionssicherheit hier. Man muss dazu sagen, dass Chile ein Oportunitätsmarkt ist. Man muss das richtige Projekt im richtigen Moment haben, und man muss durchhalten können."

Mit welchen deutschen Instanzen haben Sie hier zu tun?

"Mit der Deutschen Geschellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH haben wir ein gemeinsames Projekt für Akzeptanzmaßnahmen in der Bevölkerung. Die umliegende Bevölkerung soll einen Mehrwert in dem Windpark sehen. Man muss sich das so vorstellen: Den Menschen fehlt es an Infrastruktur, sie haben zum Teil kein Wasser, keinen Strom, keinen Bus. Wir nehmen dabei nicht die Rolle des Staates ein, aber versuchen ihn einzubeziehen und zusamnen Lücken zu schließen. Dabei arbeiten wir mit indigener Bevölkerung genauso wie mit chilenischen Kleinbauern.

Natürlich haben wir auch mit der AHK zu tun. Die Netzwerkarbeit der Kammer und die Positionierung, die die AHK für ihre Mitglieder im internationalen Umfeld erreicht, ist sehr gut. Es ist eine Kammer, die sich nach außen positioniert."

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