In zwei Jahren rund 40 Millionen Dollar investiert

Knauf – Hersteller von Baustoffen und Bausystemen.

Der Boom der Immobilienbranche und die Nachfrage nach innovativen Baustoffen hat das Wachstum der Firma Knauf in Chile begünstigt. 2002 im Land eingestiegen, hat Knauf in diesem Jahr eine eigene Produktionsstätte gekauft und beschäftigt 120 Mitarbeiter.

Die Brüder Alfons und Karl Knauf gründeten 1932 in Schengen an der Mosel eine Gipsgrube. Heute zählt Knauf mit Stammsitz in der Weinstadt Iphofen zu den führenden Herstellern von Baustoffen sowie Bausystemen und ist weltweit auf allen fünf Kontinenten in mehr als 80 Ländern an über 220 Standorten mit Produktionsstätten und Vertriebsorganisationen vertreten.

Knauf Werke produzieren moderne Trockenbausysteme, Putze und Zubehör, Wärmedämm-Verbundsysteme, Farben, Fließestriche und Bodensysteme, Maschinen und Werkzeuge für die Anwendung dieser Produkte ebenso wie Dämmstoffe. 

In Chile hat Knauf seine Geschäfte 2002 aufgenommen und sich innerhalb kurzer Zeit auf dem lokalen Markt als wichtiger Anbieter für Lieferfirmen und Bauunternehmen positionieren können. Die Firma Knauf de Chile Ltda. ist anerkannt aufgrund der hohen Qualität der Produkte und ihrer Innovationskraft. Zu Beginn hat sie als Verkaufs- und Logistikzentrum für Gipsplatten für den nationalen Markt fungiert. In den vergangenen Jahren hat sie ihre Produktpalette diversifiziert und importiert Produkte und Systeme aus Europa, die auf dem chilenischen Baumarkt nachgefragt werden. Dazu gehören Akustikdecken, Strahlenschutzsysteme, modulare Mineralfaser- Deckensysteme, Bodensysteme und Aquapanel ®Fassadensysteme mit Zementplatten sowie Dämmsysteme.

Seit April 2017 verfügt Knauf zudem über eine Produktionsstätte in Coquimbo, rund 450 Kilometer nördlich von Santiago. Die Fabrik, die Verwaltung in der Ciudad Empresarial und zwei Distributionszentren in der Hauptstadt sowie ein Lager in Concepción zählen insgesamt 120 Mitarbeiter.

Was hat Knauf davon überzeugt, in den chilenischen Markt einzusteigen? 

Roberto Rojas, Country Manager, Knauf de Chile Ltda.: Der chilenische Markt ist mit Abstand der am meisten entwickelte für Trockenbausysteme. Anfangs wurden sie als schnelle, effiziente und kostengünstige Alternative im sozialen Wohnungsbau eingeführt, doch dann gewannen sie auch Terrain im privaten Wohnbau, als auch in Projekten wie Hotels, Einkaufszentren, Krankenhäuser, Bildungsstätten und Kinosäle. 

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Gipsplatten in Chile ist mit einigen europäischen Märken vergleichbar. Dazu kommt die Entwicklung des Immobilienmarktes und der Industrie, die die Eigenschaften unserer Produkte nachfragen: Feuerfestigkeit sowie thermische und akustische Isolierung.

Welche makroökonomischen Bedingungen sind vorteilhaft in Chile? 

Roberto Rojas: Das Wirtschaftsmodell, das in den vergangenen 30 Jahren entwickelt worden ist, fördert Firmengründungen, um Kapital ins Land zu holen. Gute Wirtschaftsindizes in verschiedenen Themen, die politische und wirtschaftliche Stabilität, die guten Verkehrsanbindungen und die permanente Verbesserung der Infrastruktur tragen dazu bei, dass dieses Land ein interessanter Pol für Investitionen ist. Wir müssen auf das, was wir geschaffen haben, aufpassen. Wenn wir wollen, dass das Land wieder zu seinen früheren Wachstumsraten zurückkommt, müssen wir die Konditionen für vermehrte Investitionen schaffen. Es ist die einzige Form, um qualitativ anspruchsvolle und besser bezahlte Arbeitsplätze zu schaffen. Die Erhöhung der Produktivität ist auch eine noch offene Aufgabe. 

Unsere Firma vertraut in das Land und seine Zukunft. Wir haben mehr als 40 Millionen Dollar in den vergangenen zwei Jahren investiert. Unsere Investitionen sind langfristig. Wir sind auf dem lokalen Markt führend in Innovation und Eigenentwicklung von neuen Technologien für unsere Produkte. Wir importieren Produkte wie Mineralwoll-Dämmstoffe oder modulare Deckensysteme, in denen umweltfreundliche und schadstofffreie Primärstoffe verwendet werden. 

Gleichzeitig ist zu betonen, dass Knauf auf die Region Lateinamerika setzt. In den vergangenen zwei Jahren haben wir Fabriken in Kolumbien, Honduras, Mexiko und Chile gekauft, eine zweite Fabrik kam in Brasilien dazu, und in Argentinien wurde die Produktionsstätte vergrößert. Wir sind heute der größte Produzent von Gipsplatten in der Region. 

Welche Serviceleistungen der AHK Chile haben Sie in Anspruch genommen?

Roberto Rojas: Wir schätzen die Arbeit sehr, die die AHK in Chile macht, auch wenn wir ihre Angebote nur punktuell in Anspruch nehmen. Wir haben zusammen mit allen deutschen Unternehmen der Branche an einer Arbeitsgruppe zur Bestandsaufnahme der Krankenhaus-Infrastruktur teilgenommen. Und bei der Gala zur 100-Jahr-Feier der Kammer im vergangenen Jahr bin ich ausgezeichnet worden.