Wilfred Walter, Inhaber von BAU SpA, und sein Partner Esteban Undurraga

Chile ist ein Markt, der sich in hohem Tempo entwickelt. Gleichzeitig ist das Land zum Tor in die Region geworden. Das Netzwerk der Auslandshandelskammern hilft bei der Ansiedelung in den Nachbarländern. Ein Beispiel ist die Firma BAU SpA, die von Chile aus in Peru und Kolumbien eingestiegen ist. 

Der chilenische Architekt Wilfred Walter ist österreichischer Abstammung. 1999 hat er in Santiago  das Unternehmen BAU SpA gegründet. Heute beschäftigt die Firma für Bauprojektmanagement 30 Mitarbeiter und hat sich in ihrem Segment auf dem chilenischen Markt etabliert. Die Dienstleistungen von BAU reichen vom Project Management ab der Planungsfase und Koordinerung der Ausschreibung über die technische Bauüberwachung inclusive  Qualitätsmanagement bis hin zur Zertifizierung LEED, wenn es der Kunde wünscht. 

Die Auftraggeber von BAU decken eine weite Spannbreite ab: Immobilien- und Baufirmen, öffentliche Auftraggeber, Investitionsfonds, verschiedene Industriesektoren und die Tourismusbranche.  Das Unternehmen ist landesweit tätig und hat den Bau von zahllosen Apartmenthochhäusern betreut, aber auch Wassertürme oder der Passagierterminal für Kreuzfahrtschiffe in Valparaíso und mehrere Hotels der gehobenen Klasse sind unter der Federführung von BAU entstanden.  

Durch die Partnerschaft mit Esteban Undurraga, Gründer des Consultingunternehmens MINUS S.A. kann BAU die Aspekte Energieeffizienz und Nachhaltigkeit abdecken. Gerade auch in der Hotelbranche werden Nachhaltigkeitsstandards von den Gästen immer mehr nachgefragt.  

Herr Walter: Was hat sie veranlasst, in Peru und Kolumbien Niederlassungen zu gründen? 

Wilfred Walter: Der chilenische Binnenmarkt ist klein und ist durch hohen Wettbewerb geprägt. Chile hat deshalb schon seit Längerem ein großes Interesse gezeigt, sich den Nachbarmärkten zu öffnen. Die wirtschaftliche Entwicklung in Chile ist von hoher Dynamik. Neue Marktsegmente entwickeln sich schnell. Es entsteht Konkurrenz, wodurch die Unternehmen aufgrund geringer werdender Margen neue Märkte erobern müssen. 

Welche Erfahrungen haben sie beim Markteinstieg in Peru und Kolumbien gemacht? 

Wilfred Walter: Wir haben in Valle Sagrado bei Cuzco das Hotel Explorer gebaut, das eine chilenische Investition ist. Das Projekt lief 2012 an, und das Hotel wurde 2016 eingeweiht. Wir haben dann entschieden, uns in Peru anzusiedeln und sind der Deutsch-Peruanischen Handelskammer beigetreten. Sie macht eine fantastische Arbeit. Für Unternehmen, die ins Ausland gehen, ist das Networking fundamental. Während der Zeit von Präsident Humala war die Wirtschaft in Peru eingefroren, aber jetzt mit der neuen Regierung, kommt die Entwicklung wieder in Schwung. Auch in Kolumbien, wo wir gerade am Anfang stehen, haben wir uns in der Chilenisch-Kolumbianischen Handelskammer eingeschrieben, um einen Partner zu suchen.    

Was erwarten Sie dabei von den Auslandshandelskammern? 

In Lateinamerika musst du dich zusammen mit einem lokalen Partner etablieren. Die Handelskammern spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie sollten ihre Netzwerkarbeit noch weiter verstärken, um auf die Bedrüfnisse der Unternehmen einzugehen. Die Pazifik-Allianz bietet dazu die besten Voraussetzungen. Persönliche Kontakte sind oftmals ausschlaggebend für Geschäftsabschlüsse.