K+S erwirtschaftet 300 Millionen Dollar Jahresumsatz in Chile

K+S erwirtschaftet 300 Millionen Dollar Jahresumsatz in Chile

Matthias Mohr, CEO von K+S Chile S.A.

Die deutsche K+S-Gruppe ist 2006 in Chile in die Salzherstellung eingestiegen. Sie investierte 477 Millionen Dollar in den Erwerb des alteingesessenen Unternehmens Sociedad Punta de Lobos S.A.“ (SPL). Nach einem Wechsel des Firmennamens in „K+S Chile S.A.“ in 2013 erwirtschaftet K+S hier einen Jahresumsatz von etwa 300 Millionen Dollar und beschäftigt 750 Mitarbeiter in Lateinamerika. Lesen Sie, worin das Erfolgsgeheimnis besteht.

Die Wurzeln der K+S-Gruppe reichen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück, als in Deutschland die ersten „Pottasche-“ bzw. Kalibergwerke entstanden, nachdem entdeckt wurde, dass Kali ein wesentlicher Dünger für die Landwirtschaft ist. „Die Kali-Düngemittel hat K+S ‚erfunden´ und ist damit in die Welt gezogen“, so Matthias Mohr, CEO von K+S Chile S.A. und Präsidiumsmitglied der AHK Chile. Im Interview mit CAMCHAL berichtet er über die Entwicklung der Firma. 

CAMCHAL: Was hat K+S motiviert, in Chile einzusteigen?
Matthias Mohr:  Wir haben die Gesellschaft mit Blick auf die enormen, qualitativ hochwertigen Salzreserven gekauft, die für etwa tausend Jahre Produktion ausreichen und aufgrund der Nähe zum Hafen langfristig günstige Kosten versprechen. Chile ist ein Land, in dem wir mit Europa vergleichbare  Geschäftsbedingungen vorfinden. Es gibt vieles, auf das man sich verlassen kann. Die Verbindung der deutschen Bergbau- und Logistikerfahrung mit den einzigartigen Ressourcen und dem sehr guten Team hier in Chile hat den Übergang sehr erleichtert und zur guten Entwicklung beigetragen. K+S als Unternehmen ist nicht mit ganz großen Konzernen vergleichbar, die in ganz Südamerika ein dichtes Netz von Niederlassungen haben; für uns gilt, dass man sich von Chile aus gut in Lateinamerika entwickeln kann.

Wie ist K+S hier in Chile aufgestellt?
Matthias Mohr: Wir produzieren fünf bis sieben Millionen Tonnen Salz im Jahr in Chile und haben einen Jahresumsatz von etwa 300 Millionen US-Dollar. Unsere Tagebau-Mine liegt sechzig Kilometer südlich von Iquique, also weit im Norden von Chile. Dort haben wir auch einen firmeneigenen Hafen, denn 90 Prozent der Produktion wird mit Frachtschiffen exportiert. Zum Beispiel exportieren wir Auftausalze in die USA, Industrie- und Chemiesalze gehen nach Brasilien, Kolumbien und Peru. Von Puerto Montt, über Talcahuano bis nach San Antonio haben wir neben dem Werk im Norden Chiles Abfüllwerke für Speisesalz,  industrielle Anwendungen sowie für die Vieh- und Lachszucht.
Das Speisesalz macht zwar nur ein Prozent unserer Produktion aus, ist aber natürlich ein wichtiges Produkt, das als „Sal Lobos“ auf keinem Tisch fehlen sollte.

Sie haben als K+S Gruppe mehrere Standorte in Amerika. Wo sind Sie überall vertreten?
Matthias Mohr: In Natal, Nordbrasilien, haben wir eine Produktionsstätte mit den typischen Verdunstungsbecken, in denen wir Meersalz für den brasilianischen Markt produzieren. Die Salina Diamante Branco gehörte bereits seit 2003 zur SPL-Gruppe, wir haben sie also im Rahmen der Akquisition miterworben.
Die K+S Gruppe hat dann in den USA in 2009 den großen Salzproduzenten Morton dazugekauft, den wir heute mit den Auftausalzen für die amerikanische Ostküste beliefern. Der Geschäftsbereich Kali konnte vor wenigen Monaten ein neues Kali-Werk in Kanada in Betrieb nehmen. Es war mit etwa 3 Milliarden Euro eine große Investition für die Gruppe. Das Werk verkörpert eine neue Generation von hocheffizienten Kali-Produktionsanlagen, das nun mit dem Beginn des Betriebs unsere Unternehmensgruppe stärkt.

Sind Sie von Chile aus in andere Länder in Lateinamerika eingestiegen?
Wir haben 2012 in Peru mit einem Verkaufsbüro begonnen und bauen nun in Lima ein kleines Werk für Speisesalz auf. Das ist eine Tochtergesellschaft von K+S Chile, und auch die brasilianische Gesellschaft wird mehrheitlich aus Chile gehalten. Wir haben in Südamerika insgesamt ca. 750 Mitarbeiter, 500 davon in Chile, 240 in Brasilien und 10 in Peru.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis in Chile?
Matthias Mohr: Die hocheffiziente und kostengünstige Produktion in Nordchile konnte über die letzten Jahre durch einige Investitionen noch etwas verbessert werden. Mit Effizienz und Qualität haben wir es geschafft, uns in den gut in den Hauptmärkten zu etablieren, obwohl sie nicht wirklich nahe sind. Der andere Pfeiler, unser Markengeschäft, ist mit „Sal Lobos“ und auch „Biosal“ in Chile sehr bekannt und ein wirkliches Aushängeschild für uns. Von den 750 Mitarbeitern in Lateinamerika sind lediglich vier entsandte Deutsche. Die Fachkenntnis und Erfahrung der „Mannschaft“ hier kann sich mit jedem Salzunternehmen der Welt messen – und auch wenn man diese „weichen Werte“ nicht in Dollar oder Euro messen kann, so ist der Anteil am Erfolg doch ganz groß. Die Leute arbeiten hier sehr engagiert, sie sind dem „Salz“ treu, auch weil wir im Unternehmen einen guten Korps-Geist haben. 

Welche Dienstleistungen der AHK nehmen Sie in Anspruch?
Matthias Mohr: Die AHK war bei unserem Einstieg in Chile von Anfang an dabei. Sie ist ein wichtiger Ansprechpartner, wenn es darum geht, das Land zu verstehen und zu sehen, wie die Dinge hier funktionieren. Wichtige Herausforderungen, die deutsche Unternehmen hier haben, oder auch als potentielle Investoren beachten müssen, wie z.B. das fehlende Doppelbesteuerungsabkommen, werden von der AHK und auch der Botschaft aufgegriffen. Die Kammer vermittelt Vertrauen und Kontakte. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass Chile und Deutschland gute Partner sind. Die „hundertjährige" Camchal hat auch in unserem Fall geholfen, diese Verbindung zu stärken.

 

 

Die Tagebau-Mine von K+S Chile S.A. produziert zwischen fünf und sieben Millionen Tonnen Salz im Jahr.
Die Mine liegt 60 Kilometer südlich von Iquique im Norden Chiles.
K+S Chile S.A. verfügt über einen firmeneigenen Hafen. 90 Prozent der Produktion wird mit Frachtschiffen exportiert.