Robotergesteuerte Fertigteile – 100 Prozent deutsche Technologie

Pablo Kühlenthal, CEO BauMax

Produktivitätssteigerung ist ein Muss für Chile. Zum Beispiel in der Baubranche. Darauf haben Investoren jetzt mit 33,5 Millionen Euro gesetzt und das erste robotergesteuerte Werk für Betonfertigteile errichtet. Die Technologie kommt zu hundert Prozent aus Deutschland.

Mitte 2017 hat die chilenische Firma BauMax ihre Produktionsstätte für Fertigteile aus Stahlbeton in Lampa, einem Vorort von Santiago, in Betrieb genommen. Der deutsche Partner war die Firma Vollert Anlagenbau GmbH (www.vollert.de), die auf eine einhundertjährige Erfahrung im Fertigteilebau mit Beton zurückblickt und sich auf schlüsselfertige Anlagenlösungen spezialisiert hat. Für BauMax war ihr Angebot einer hochautomatisierten Multifunktionsanlage die richtige Lösung. Weitere Technologielösungen zur Produktionsautomation und Robotik lieferten die deutschen Firmen RaTec Messtechnik GmbH und Unitechnik.


CAMCHAL: Was genau macht BauMax?

Pablo Kühlenthal, CEO BauMax: Wir sind ein chilenisches Unternehmen mit 100 Prozent deutscher Technologie. BauMax hat Anfang 2017 seinen Betrieb zur robotergesteuerten Herstellung von Stahlbetonelementen für Wohnungs- und Gebäudelösungen aufgenommen. Die Elemente, darunter einfache und doppelte Mauern sowie Böden, können je nach Design flexibel angepasst werden und dienen u.a. zum Bau von Wohnhäusern, Gebäuden, Schulen, Krankenhäusern, Tanks und Schwimmbecken. Wir haben fast einhundert Mitarbeiter und sind derzeit dabei, die zweite Produktionsschicht in Lampa einzurichten.

Wie schätzen Sie den chilenischen Markt für Betonfertigteile ein?

Pablo Kühlenthal: BauMax tritt in den chilenischen Markt mit der Gewissheit ein, dass die Produktivitätslücke signifikant ist und gute Aussichten bestehen, wenn die derzeitigen Bauprozesse effizienter gestaltet werden. Unter dieser Prämisse ist es den Gründungspartnern gelungen, die Investoren davon zu überzeugen, die Finanzierung  des Masterplans in Höhe von 33,5 Millionen Euro zu genehmigen. Die erste Phase mit einer Investition von 16,8 Millionen Euro ist bereits abgeschlossen. 

Der Bausektor ist aufgrund seines Volumens, aber auch wegen seiner Arbeitsintensivität ein relevanter Wirtschaftssektor in Chile. In diesem Sinne tragen Industrialisierungsinitiativen wie BauMax dazu bei, die Bau- und Immobilienbranche zu potenzieren.

Was haben Sie in Chile erreicht?

Pablo Kühlenthal: Wir sind die erste automatisierte Anlage zur Herstellung von Stahlbetonwänden und –platten. Dies wurde nach mehr als drei Jahren technischer Entwicklung und Trainings erreicht, in denen die Projekte an die neue Baumethode angepasst wurden. Heute, nach fast zehn Monaten Betriebszeit können wir stolz berichten, dass wir dabei sind, die Produktionskapazität unserer Fabrik zu erhöhen. Unsere Kunden sind sehr zufrieden mit unseren Lösungen, und die Projektionen für 2018 und 2019 sehen sehr gut aus.

www.baumax.cl