Lateinamerika Finanzmarkt-Monitor vom 16. Februar 2018

16.02.18 Aktuelles

Wachstum im Dezember über den Erwartungen

Die chilenische Wirtschaft ist – gemessen am Konjunkturindikator Imacec – im Dezember um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gewachsen. Der Indikator bildet rund 90 Prozent des BIP ab und gilt daher als zuverlässiger Maßstab für die Entwicklung der Wirtschaft. Die Prognosen der Analysten hatten zwischen 2,0 und 2,5 Prozent gelegen. Damit ergibt sich für das Gesamtjahr 2017 – wie im Vorjahr – eine Wachstumsrate von 1,6 Prozent. Erneut lieferte der Bergbau mit einer Steigerung um 3,8 Prozent einen wichtigen Wachstumsbeitrag. Die übrige Wirtschaft wuchs um 2,5 Prozent. Zusätzliche Unterstützung kommt derzeit von der Nachfrageseite: Der Einzelhandel meldete für den Dezember ein Plus von 4,8 Prozent.

Zentralbank hält Leitzins bei 2,5 Prozent

Der Index der Konsumentenpreise stieg im Januar um 0,5 Prozent und damit stärker als vom Markt erwartet. Nachdem die Teuerungsrate im Dezember bei nur 0,1 Prozent gelegen hatte, rechneten die Analysten für den Januar mit einer Rate von 0,3 Prozent. Nach Angaben des Statistikamtes INE sind die Preise in zehn der insgesamt zwölf Kategorien, die den Warenkorb bestimmen, gestiegen. Am deutlichsten stiegen die Preise für Nahrungsmittel und die Wohnkosten. Gleichwohlbleibt die Jahresrate der Inflation mit 2,2 Prozent am unteren Rand des Zielkorridors der Notenbank.

Hoher Exportüberschuss im Januar

Der wachsende Außenhandel deutet darauf hin, dass die chilenische Konjunktur langsam wieder an Schwung gewinnt. Im Januar verzeichnete das Land mit 1,2 Milliarden Dollar den höchsten Exportüberschuss sei Mai 2014. Die Ausfuhren stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 19 Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar, wobei die Kupferexporte um 7 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar zulegten. Die Einfuhren kletterten um 11 Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar, wobei vor allem die Einfuhren langlebiger Konsumgüter zulegten.